Wegen des Steins in Verlegenheit

 

Die Tatsache, dass Joseph Smith einen Stein benutzte, den er in einen Hut legte, um das Buch Mormon zu übersetzen, hat eine Menge Verlegenheit verursacht, da es so sehr dem Starren in eine Kristallkugel ähnelt. In Kristallkugeln zu starren ist eine altertümliche Praktik und Kristallkugel-Hellseher haben behauptet, Schriftzeichen in ihren Steinen auf dieselbe Weise gesehen zu haben, wie Joseph Smith angeblich das Buch Mormon übersetzt habe. In dem Buch Strange Superstitions und Magical Practices, S. 53, lesen wir: „Unter primitiven Völkern gibt es einen weitverbreiteten Glauben an die magische Wirkung von Quartzkristallen – einer der üblichsten von allen klaren Steinen. Diese Mineralienarten sind immer die Hauptstütze des Magiers gewesen. Sie werden für diesen Zweck unter anderem von den Ureinwohnern Australiens, Polynesiens und Nordamerikas benutzt.“

Auf Seite 137-138 der Encyclopedia of Witchcraft and Demonology von Rossell Hope Robbins erscheint folgende Information: “In England zum Beispiel wurde 1467 ein William Byg für schuldig befunden, einen Kristallstein benutzt zu haben, um gestohlenen Besitz ausfindig zu machen;…“

Der Mormonenschriftsteller Arch S. Reynolds erklärte:

„Während der Frühgeschichte der Heilige-der-Letzten-Tage-Kirche erhoben sich viele Leute mit sogenannten Sehersteinen und behaupteten, Macht zu besitzen, viele Dinge zu sehen, wie das Erblicken, wo verlorene Gegenstände waren, auch wo die Buch-Mormon-Platten verborgen waren. Einige dieser Hellseher waren die Verursacher, viele von der Wahrheit weg in die Irre zu führen. Einer der frühesten dieser Sehersteinstarrer war… Frau Chase, die ein grünes Glas fand, durch das sie, wie sie behauptete, sehen könnte, wo Joseph Smith die Goldplatten aufbewahrte…

Brewster hatte einen Stein, durch den er angeblich Offenbarungen empfing. Es gab andere in der frühen Entstehung der Kirche…, die versuchten Absplitterungen von der Kirche wegzuführen und vorgaben, Offenbarungen durch einen Stein oder Urim zu empfangen…

Von den frühesten Tagen der Kirche an hatten wir viele gehabt, die behauptet haben, Macht gehabt zu haben, Dinge in sogenannten Sehersteinen zu sehen. Es gibt Steine unter den Kirchenmitgliedern, die von einigen als Werkzeuge angesehen werden, durch die sie Kontakt aus der unsichtbaren Welt erhalten.

Edwin Ruston grub im Boden in der Stadt Nauvoo, Illinois, wie es ihm vorher in einem Traum gezeigt worden war, und er erlangte einen Seherstein ungefähr fünf Fuß unter der Oberfläche am 4. Mai 1846. Er war ein Einwohner Nauvoos zu der Zeit als er ihn erhielt. Der Stein, den es noch gibt, erscheint ein wenig kleiner als ein Viertel eines Baseballs und ist kristallklar. Er hatte nie versucht, den Stein zu benutzen, so weit ich weiß. Er ruht jetzt im Besitz seines Schwiegersohnes C. W. Christensen aus Salt Lake City, Utah.“ (The Urim and Thummim, von Arch S. Reynolds, S. 21-24)

 

„Nicht nur wahre Medien sind von Gottes Sehern die Jahrhunderte hindurch benutzt worden, sondern falsche wie Sehersteine, Kristallkugeln, usw. sind vom Widersacher hervorgebracht worden, um sein teuflisches Werk zu fördern und Gottes Plan auf Erden zu behindern.“ (ebenda, S.28)

 

Bruce R. McConkie, vom Ersten Rat der Siebzig, gab folgende Erklärung ab: „In Nachahmung der wahren Ordnung des Himmels, wodurch Seher Offenbarungen von Gott durch einen Urim und Thummim empfingen, gibt der Teufel seine eigenen Offenbarungen an einige seiner Jünger durch Sehersteine oder Kristallkugeln.“ (Mormon Doctrine, 1966, S. 565-566)

 

Im frühen Utah klagte die Antimormonen-Zeitung ‚Valley Tan’ die Mormonen an, „Sehersteine“ zu gebrauchen: „… Die Mormonen… haben bessere Möglichkeiten Information zu bekommen als durch Zeitungen. Fast jede zweite Familie, und im Allgemeinen die dazwischen, ist entweder von astrologischer Wissenschaft besessen oder von einem ‚Seherstein’… durch letzteren – ein kleiner kugelförmiger Stein – können sie Rinder zwanzig oder hundert Meilen oder selbst in einer noch größeren Entfernung jenseits der Berge sehen.“ (Valley Tan, 5. Okt. 1859, S. 2)

Obwohl dies wahrscheinlich eine Übertreibung ist, gab es viele, die in Utah „Sehersteine“ benutzten. In John M. Whitmers Tagebuch zum Beispiel finden wir folgendes: „Schwester Greaves… erzählte mir von ihren Problemen mit ihrem Bischof Orson F. Whitney, der zur Wohnung ihrer Schwestern ging und sich Informationen von einem Seherstein holte. Ich versuchte auf verschiedene Weise zu erklären, was für ein feiner Mensch Bischof Whitney wäre und ich könnte nicht verstehen, warum er nach einer solchen Informationsquelle trachtete – ‚Ich glaube ernsthaft, dass er mehr Glauben hat als solchen.’- und er sagte: ‚Sie sehen, meine Liebe, er hat einen kleinen ADAM in sich.“ (Excerpts from the Daily Journal of John M. Whitaker, maschinengeschriebene Kopie, Bd. 1, S. 151)

 

Für mehr Information über “Sehersteine” und ihren Gebrauch von den Mormonen siehe unser Buch Joseph Smith and Money Digging, S. 10-12.

 

Mormonenapologeten haben es schwer, die Tatsache zu erklären, dass Joseph Smith einen „Seherstein“ benutzte. Der Mormonenapostel John A. Widtsoe gab folgende Erklärung ab: „Einiger Gebrauch wurde auch von dem SEHERSTEIN gemacht und gelegentlich wurde er erwähnt. Dieser war ein Stein, der gefunden wurde, während der Prophet dabei half einen Brunnen für Clark Chase zu graben. Durch göttliche Macht wurde dieser Stein für Joseph Smith im frühen Teil seines Amtes dienstbar gemacht. Es gibt keinen Beweis, dass dieser Stein in Josephs heiligem Werk benutzt wurde.“ (Joseph Smith – Seeker After Truth, 1951, S. 267)

Beachten Sie, dass der Apostel Widtsoe erklärt, dass es „KEINEN Beweis dafür gibt, dass dieser STEIN in Josephs HEILIGEM Werk benutzt wurde“, jedoch auf Seite 260 desselben Buches erklärt Widtsoe, dass Joseph diesen Stein doch in seinem „GEISTIGEN WERK“ benutzte:

„Bevor Joseph den Urim und Thummim erhielt, hatte er einen Stein, den er während des Grabens eines Brunnens für Clark Chase erhielt. Dieser Stein wurde durch den Segen des Herrn ein SEHERSTEIN, der von ihm ständig in seinem GEISTIGEN WERK benutzt wurde.

Der Gebrauch des SEHERSTEINS erklärt teilweise die Anklage gegen Joseph Smith, dass er ein „Seherstein-Glotzer“ wäre.’… Der Gebrauch des SEHERSTEINS und des Urim und Thummim war dem Volk seiner Zeit und in der Nachbarschaft wohlbekannt.

Den Gebrauch von Steinen im heiligen Werk gab es schon immer; zum Beispiel , die Kugel, die als Liahona bekannt ist, der Stab Aarons und die zwölf Steine, die von Lehi benutzt wurden.“ (Joseph Smith – Seeker After Truth, Seite 260)

 

Joseph Fielding Smith, der kürzlich der zehnte Präsident der Mormonenkirche wurde, scheint sich wegen des Gebrauchs des Steins zu schämen. Obwohl er zugibt, dass Joseph Smith einen Stein hatte, ist er nicht bereit zuzugeben, dass er ihn bei der Übersetzung des Buches Mormon benutzte:

„Während von einigen Schreibern die Aussage gemacht worden ist, dass der Prophet Joseph Smith einen SEHERSTEIN benutzte während eines Teiles der Zeit bei seiner Übersetzung des Berichts, und gewisse Information weist auf die Tatsache hin, dass er SOLCH EINEN STEIN in seinem Besitz gehabt hat, gibt es dennoch keine echte Aussage in der Geschichte der Kirche, die besagt, dass von einem solchen Stein bei jener Übersetzung Gebrauch gemacht wurde. Die Information stammt gänzlich vom Hörensagen und persönlich glaube ich nicht, dass dieser Stein für diesen Zweck benutzt wurde… Es scheint kaum vernünftig anzunehmen, dass der Prophet etwas erwiesenermaßen GERINGERES unter diesen Umständen an die Stelle treten lassen würde. Es mag so gewesen sein, aber es ist so leicht, eine Geschichte dieser Art herumgehen zu lassen, nämlich die Tatsache, dass der Prophet einen Seherstein besaß, den er für einen anderen Zweck benutzt haben könnte.“ (Doctrines of Salvation, von Joseph Fielding Smith, Bd. 3, S. 225-226)

 

Einige  Dinge sollten in Bezug auf Joseph Fielding Smiths Aussage angemerkt werden. Er sagt, dass die Informationsquelle in Bezug auf den Gebrauch des Sehersteins bei der Übersetzung des Buches Mormon „Hörensagen“ sei. Als er diese Erklärung abgab, schien Herr Smith die Tatsache zu übersehen, dass nicht nur Joseph Smiths Ehefrau und sein Bruder bezeugten, dass ein Stein benutzt wurde, sondern ebenfalls David Whitmer und Martin Harris, die Zeugen für das Buch Mormon waren. All diese Leute waren Augenzeugen von der Übersetzung. Joseph Fielding Smith behauptet, „dass es keine echte Aussage in der Geschichte der Kirche gäbe, die besagt, dass von einem solchen Stein bei jener Übersetzung Gebrauch gemacht wurde.“ Während es wahr ist, dass Joseph Smith dies in seiner eigenen History of the Church unter den Tisch fallen ließ, erklärt die Comprehensive History of the Church von B. H. Roberts noch sehr deutlich, dass bei der Übersetzung des Buches Mormon ein Stein benutzt wurde.

Die Tatsache, dass sich Joseph Fielding Smith des Gebrauchs des Steins schämt, wird durch seine Aussage bewiesen „Es scheint kaum vernünftig anzunehmen, dass der Prophet etwas erwiesenermaßen GERINGERES unter diesen Umständen an die Stelle treten lassen würde.“ Vielleicht gibt Joseph Fielding Smith nur wegen der Kritik der Antimormonenschreiber nicht zu, dass ein Stein benutzt wurde. M. T. Lambs machte folgende Bemerkung  in Bezug auf den Gebrauch des Steins:

„Schließlich, dem Zeugnis von Martin Harris gemäß, benutzte Herr Smith oft den ‚Seherstein’ anstatt dem Urim und Thummim, obwohl letzterer in seinem Besitz verblieb – er benutzte ihn nur aus Gründen der Bequemlichkeit.

Es erscheint sehr unvernünftig, dass er die ganze Sache unachtsam weggegeben haben sollte. Sie müssen verstehen, dass der Urim und Thummim, von dem hier die Rede ist und der im ganzen Buch Mormon ‚die Übersetzer’ genannt wird, mit großer Sorgsamkeit vor über 2500 Jahren von Gott selbst einzig und allein für den Zweck bereitgestellt wurde, diese Platten zu übersetzen. Sie werden im Buch Mormon oft als äußerst bedeutsam erwähnt. Sie wurden mit größter Sorgfalt vorbereitet, mit den Platten zusammen von einer Generation zur anderen weitergereicht und mit ihnen zusammen im Hügel Cumorah vor über 1400 Jahren vergraben, so heilig wie die Platten selbst. So heilig, dass nur einem einzigen Mann gestattet wurde, sie anzufassen oder sie zu benutzen, nämlich dem höchstbegünstigten Propheten, Joseph Smith selbst. Und nun, o weh, nach all dieser Trübsal und Schmerzen und der Sorge vonseiten Gottes und vonseiten so vieler heiliger Männer seit alters wird dieser ‚Urim und Thummim’ zuletzt als völlig überflüssig befunden, überhaupt nicht benötigt. Dieser ‚Seherstein’, der in einem Brunnen eines Nachbarn gefunden wurde, würde die Arbeit genauso gut erledigen – und ist sogar VIEL BEQUEMER, ‚aus Bequemlichkeit’ benutzte er den Seherstein’. So bleibt es uns überlassen, zu folgern, wenn er überhaupt den Urim und Thummim benutzte, dann wegen EINIGER BEQUEMLICHKEIT. Und wahrscheinlich tat er es nur ohne Rücksicht auf die Gefühle seines Gottes, der so viel Zeit und Sorge darauf bedacht hatte, ihn vor so langer Zeit vorzubereiten und ihn für die Gegenwart für seinen besonderen Gebrauch vorzubereiten!“ (The Golden Bible, von M. T. Lamb, S. 250-51)

 

Joseph Fielding Smith, der mit so vielen Beweisen konfrontiert wurde, dass ein Stein bei der Übersetzung des Buches Mormon benutzt wurde, musste schließlich zugeben: „ES MAG SO GEWESEN SEIN, aber es ist so einfach für ein Geschichte dieser Art, die Runde zu machen  auf Grund der Tatsache, dass DER PROPHET EINEN SEHERSTEIN BESAß, den er für einige andere Zwecke benutzt haben könnte.“ Präsident Smith erklärt nicht, für welche „andere Zwecke“ der Stein benutzt worden sein könnte.

In einem unveröffentlichten Manuskript über das Buch Mormon, erklärt LaMar Peteresen: „Heute ist die Kirche still in Bezug auf den Stein. Es scheint irgendwie unter der Würde eines Propheten zu sein, je einen solchen in seinen Hut gelegt zu haben. Wenig oder keine Information kann man über den gegenwärtigen Verbleib des Steins bekommen. William Land, Assistent zum Kirchengeschichtsschreiber, sagt: ‚Ich bin hier in der Bibliothek mehr als vierzig Jahre gewesen und ich habe ihn nie gesehen.’ Jedoch gibt es mindestens drei deutliche Aussagen in verantwortlichen Kirchenorganen, dass er dort ruht oder ruhte.“

Auf Seite 225 seines Buches Doctrines of Salvation, Band 3, erklärte Joseph Fielding Smith: „Der Urim und Thummim, wie man ihn nennt, war der SEHERSTEIN, der sich im Besitz des Propheten Joseph Smith in den frühen Tagen befand. Dieser SEHERSTEIN ist JETZT im Besitz der Kirche.“

David C. Martin legt einige Beweise vor, um zu zeigen, dass Präsident Smith den „Seherstein“ verschlossen in einem Safe verwahrt: „Als eine hinzugefügte Bemerkung zitiert Dean Hopper, Rockfort, Illinois, in einer Unterhaltung mit Joseph Anderson, Assistent des Rates der Zwölf der ‚Utah’-Kirche, bei einer Chicago-Pfahl-Konferenz im Januar 1971 Anderson, wie er sagte, dass der ‚Seherstein’, den Joseph Smith in den frühen Tagen der Kirche benutzte, im Besitz der Kirche ist und in einem Safe in Joseph Fielding Smiths Büro aufbewahrt wird. Anderson hat ihn dort mehrere Male gesehen, geringfügig kleiner als ein Hühnerei, oval, schokoladefarben.“ (Restoration Reporter, Band 1, Nr. 2, Juni 1971, S. 8 )

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Eine Übersetzung aus "Mormonism - Shadow or Reality?" von Sandra und Jerald Tanner.
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